Geschäftsjahr 2021 der LAVEBA Gruppe

MEDIENMITTEILUNG

Geschäftsjahr 2021 der LAVEBA Gruppe

Aufbruch zu neuen Horizonten

Im anspruchsvollen Geschäftsjahr 2021 konnte der Betriebsertrag der LAVEBA Genossenschaft um 14 Prozent auf CHF 605.7 Mio. (VJ CHF 530.7 Mio.) gesteigert werden. Der Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr stammt aus den höheren Absatzzahlen und aus den deutlich höheren Durchschnittspreisen bei den Brenn- und Treibstoffen gegenüber dem Vorjahr. Im Detailhandel (LANDI Märkte und LAVEBA Shops) konnten wiederum Umsatzsteigerungen erzielt werden. Auch die Umsätze mit Futtermitteln übertrafen die Vorjahresmengen deutlich, wobei diejenigen mit Saatgut und landwirtschaftlichen Hilfsstoffen leicht unter den verkauften Mengen des Vorjahres lagen.

Der Aufbruch zu neuen Horizonten, gemäss der vor zwei Jahren festgelegten neuen strategischen Ausrichtung, trägt Früchte und lässt uns in einem herausfordernden Umfeld positiv in die Zukunft schauen und bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Mit der Steigerung des Betriebsertrages konnte mit CHF 18,9 Mio. ein erfreuliches Unternehmensergebnis erzielt werden und das Eigenkapital erhöhte sich auf CHF 229.5 Mio. (VJ CHF 182.6 Mio.).

Die zu Grunde liegende Jahresrechnung 2021 wurde an der 123. Delegiertenversammlung am 7. Juni 2022 in Gossau SG positiv aufgenommen und einstimmig verabschiedet. Es freute uns, dass wir nach der Pandemie über 120 Teilnehmende an der physischen Versammlung begrüssen durften.

Detailhandel

Detailandel

Bereits im ersten Pandemiejahr 2020 konnten die LANDI den Umsatz markant steigern. Auch im zweiten Pandemiejahr spürte der Detailhandel immer noch Rückenwind. Das Geld, das üblicherweise in Restaurants oder auf Reisen ausgegeben wird, ist in den Kauf von Lebensmitteln, Wohnungseinrichtungen oder Gartenutensilien geflossen. Es wurde wieder mehr Zeit zuhause verbracht und wenn man einkaufen ging, bevorzugte man eher die kleineren Verkaufsflächen als die Einkaufscenter.

Zwar fing das Geschäftsjahr in der LANDI wiederum mit durch Corona Massnahmen verursachten Einschränkungen im Verkauf an.

Mit dem Frühling startete eine sehr erfreuliche Gartensaison. Unterstützt wurden die beschriebenen Folgen der Pandemie durch den Trend der Eigenversorgung und Urban Gardening. Das durchschnittliche Marktwachstum der LANDI Läden im Verbandsgebiet beträgt 6 Prozent.

Der Online-Verkauf in der LANDI konnte auf tiefem Niveau deutlich gesteigert werden. Mit dem neuen Jahr kann das ganze LANDI Sortiment online bestellt und kann nach Hause geliefert werden. Dies wird sicher nochmals zu einer deutlichen Steigerung führen. Die LAVEBA Tankstellen Shops konnten das enorm gestiegene Umsatzniveau im Vorjahr im vergangenen Jahr nochmals steigern (+3.5 Prozent). Wie im Vorjahr führten die Einschränkungen auch wieder zur Schliessung der Kaffeeecken und Bistros in den Shops.

Energie

Während die Rohölpreise anfangs Jahr noch auf einem sehr tiefen Niveau starteten, entwickelte sich die Preisentwicklung während des ganzen Jahres nur in eine Richtung; nach oben. Die Preissteigerung betrug beim Heizöl 50 Prozent und bei den Treibstoffen fast 80 Prozent. Zudem wartete auf Anfangs 2022 eine Erhöhung der CO2-Abgaben. Pro Tonne kostet die CO2-Abgabe seit 1.1.2022 neu 120 anstelle von 96 Franken bisher. Zudem wird der Wechsel von einer Ölheizung zu einem alternativen Heizsystem stark gefördert. Dies hat zur Folge, dass der Umsatz mit Heizöl im vergangenen Jahr deutlich (-6 Prozent) zurückgegangen ist. Die verkaufte Menge Holzpellets konnte hingegen gesteigert (+7 Prozent) werden.

Der Absatz von Benzin (+10 Prozent) und Diesel (+4 Prozent) stieg gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich an. Zu berücksichtigen gilt es jedoch, dass die Mengen im ersten Pandemiejahr 2020 um 13 Prozent eingebrochen waren.

Sowohl bei den Schmierstoffen (+23 Prozent), als auch bei den Tankrevisionen (+2 Prozent) konnten die Vorjahresumsätze übertroffen werden. Im Bereich erneuerbare Energien beträgt der Umsatz im Stromhandel CHF 387‘000 (2019: CHF 369‘000) und es wurden für CHF 323‘000 PV Anlagen (2019: 271‘000) verkauft. Die Beratungsdienstleistungen in der Landwirtschaft und Gebäudesanierungen mit Konzept betrugen CHF 68‘000 (2019: CHF 71‘000).

Agrar

Landwirtschaftlich war das Jahr durchzogen. Obschon die teilweise sehr nasse Witterung den Krankheitsdruck bei den Pflanzen, beim Obst und den Reben erhöhte, ist es gelungen durch noch gezieltere Anwendung und mechanische und biologische Unterstützung den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Die leicht tiefere verkaufte Menge beim Dünger (-5 Prozent) liegt im langjährigen Schwankungsbereich.

Der Milchmarkt war insgesamt positiv, die Nachfrage war gut und die Preise konnten leicht angehoben werden. Die Kombination von der gestiegenen Produktion bei den Schweinen und beim Geflügel sowie erfolgreiche Verkaufsaktivitäten konnte der Absatz von Mischfutter deutlich (+10 Prozent) gesteigert werden.

Gesamthaft darf man von einem durchschnittlichen pflanzenbaulichen und einem guten Jahr bei den tierischen Produkten berichten. Leider führten hohe Gaspreise und das knappe Angebot beim Dünger zu Preissteigerungen.

Im Jahr 2021 konnte wiederum die Landwirtschaftliche Treueprämie von der LAVEBA ausbezahlt werden. Viele Kunden mit einem landwirtschaftlichen Umsatz von mehr als CHF 5‘000 pro Jahr konnten davon profitieren.

Erreichte Meilensteine

Vor zwei Jahren hat sich die LAVEBA entschieden, das über 20 Jahre alte, eigenentwickelte ERP-System Assistor abzulösen. Die Inbetriebnahme des neuen ERP-Systems SAP erfolgte per 1. Januar 2022.

Die LAVEBA wurde Mitglied der idée coopéreative, einem Kompetenzzentrum von Wissen und Netzwerk für Genossenschaften. Sie soll das Genossenschaftsmodell weiterentwickeln und als Gesellschaftsform attraktiv halten.

Im Frühling 2021 wurde die Switzerland Innovation Park Ost AG von 21 öffentlichen und privaten Aktionären als privatrechtliche Aktiengesellschaft gegründet. Die LAVEBA zeigt mit ihrer Beteiligung, dass sie mit der aktiven Vernetzung von Wirtschaft, Forschung und Bildungsinstitutionen in wichtigen Innovationsfeldern die Wettbewerbsfähigkeit der Ostschweiz und Liechtensteins unterstützt.

Die LAVEBA beteiligt sich an der Barto AG. Mit dieser Beteiligung am zukunftsweisenden Projekt Barto möchte die LAVEBA die Landwirtschaft auf dem Weg in die Digitalisierung unterstützen und auf diese Weise dem genossenschaftlichen Zweckauftrag gerecht werden.

Die LAVEBA beteiligt sich am Ostschweizer Startup Urstamm. Dieses bietet im Bereich Transparenz und die Nachhaltigkeit in der Schweizer Land- und Waldwirtschaft eine Lösung für den digitalen Herkunftsnachweis von Schweizer «Datumsholz». Die LAVEBA Genossenschaft will mit diesem Engagement für ihre Mitglieder und Genossenschafter mit Wald einen Dienst anbieten, mit dem sie einen Mehrertrag generieren können.

Unternehmensergebnis

Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit CHF 18.8 Mio. (VJ CHF 15.5 Mio.) 21 Prozent über dem Vorjahr. Im 2020 konnte ein einmaliger Steuerertrag realisiert werden. Im 2021 liegen die Ertragssteuern wieder in der zu er- wartenden Höhe. Das konsolidierte Unternehmensergebnis beträgt CHF 18.9 Mio. (VJ CHF 18.7 Mio.). Die Bi- lanzsumme hat sich auf CHF 365.2 Mio. (VJ CHF 306.6 Mio.) erhöht. Diese Erhöhung ergibt sich in den Aktiven (+47.9 Mio.) im Wesentlichen aus Erhöhungen im Anlagevermögen und einer Erhöhung der Beteiligungen an assoziierten Organisationen. Die Finanzierung der Erhöhung der Bilanzsummer erfolgte durch den erzielten Gewinn. Das Eigenkapital konnte auf CHF 229.5 Mio. (VJ CHF 182.6 Mio.) erhöht werden. Damit weist die kon- solidierte Jahresrechnung der LAVEBA Genossenschaft ein Eigenkapital von 63% (VJ 60%) aus. Die LAVEBA als Genossenschaftsverband ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestärkt worden und ist kerngesund. Dies ermöglicht es den Verantwortlichen, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzugehen.

Ausblick

Die Aussichten für das Jahr 2022 waren bis am 24. Februar optimistisch. Man ging zwar davon aus, dass der Rückenwind im Detailhandel, den die Corona-Pandemie verursacht hat, langsam abflauen könnte. Die Trends an der Freude an der eigenen Wohnsituation, an Pflanzen und des Gartens, der Nahversorgung und der Freude am selbst anbauen schienen ungebrochen. Seit dem Beginn der militärischen Auseinandersetzung in der Ukraine steigt die Verunsicherung an den Märkten mit jedem Tag. Als Folge des Ausfalls von Produktionsstandorten werden die Lieferketten gestört und die Preise von Rohstoffen in die Höhe getrieben. Die Preissteigerungen werden in sehr vielen Lebensbereichen spürbar werden. Es muss mit einem schwierigen Jahr 2022 gerechnet werden.

Beiliegende Bilder

Bild 2-4: Impressionen Delegiertenversammlung am 7. Juni 2022 in Gossau SG